Kapitel 7
Die Verführung
„Je unschuldiger ein Mädchen ist, desto weniger weiß sie von den Methoden der Verführung. Bevor sie Zeit hat nachzudenken, zieht Begehren sie an, Neugier noch mehr und Gelegenheit macht den Rest.“ - Giacomo Casanova
Seufzend legte ich die Kopien der Unterlagen über Leah zur Seite. Ich konnte es immer noch nicht fassen, dass meine eigene Stiefschwester eine Auftragsmörderin sein sollte. Das passte nicht zu dem Bild, das ich von ihr hatte. Ich hätte nie behauptet, dass sich Leah und ich nahe standen, wir tolerierten uns eher nur aufgrund der Liebe unserer beiden Eltern, aber trotzdem hätte ich etwas mitbekommen müssen. Irgendetwas… Aber dem war nicht so… War ich doch keine so gute Profilerin, wie ich immer gedacht hatte? War mein eigenes Ego zu groß geworden, dass ich selbst meine Umgebung nicht mehr richtig wahr nahm und dachte, dass ich alles sofort erkannte?
Meine Augen schließend lehnte ich meinen Kopf gegen den Badewannenrand. Was waren das doch für nervenaufreibende Stunden gewesen. Am liebsten wäre es mir gewesen, wenn das alles nie passiert wäre. Wie froh war ich gewesen, als mich der Director hatte gehen lassen. Doch bevor ich einen Fuß aus der Black Site gemacht hatte, sah ich nochmal nach Lilly. Was dieses arme Mädchen alles hatte mitmachen müssen… Ich wollte mir gar nicht vorstellen, wie traumatisiert sie jetzt sein musste, fort von ihrer Familie, bei Menschen, die sie nicht kannte und in einer Einrichtung, die nicht gerade sehr freundlich wirkte mit all dem Beton und keinem Tageslicht…
Jedoch war ich froh, dass es ihr trotz den Umständen entsprechend gut ging. Sie spielte freudig mit der Frau vom Jugendamt. Es war nur noch eine Frage der Zeit bis sich Newton melden würde.
Ich ließ meine Gedanken zu der Entführung, gefolgt von den Neuigkeiten über meine Schwester, die Bombe, Lilly und dann noch Cullen Revue passieren… Dieser Großkotz von Verbrecher, der mich jedes Mal an meine Grenzen brachte. Doch ich verpackte alles in einen mentalen Karton und schob diesen an den Rand und würde ihn erst morgen wieder aufmachen. Ich brauchte diesen Abstand zu allem und war heilfroh endlich in meinen vier Wänden zu sein. Mein Kopf pochte von den ganzen neuen Informationen und meiner Verletzung. In meinem Schrank hatte ich bestimmt noch ein Schmerzmedikament, damit ich wenigstens für ein paar Stunden meine Augen schließen konnte. Da ich Cullens Warnung bezüglich der Abhörgeräte in meinem Zuhause, meinem Heiligtum, ernst nahm, ließ ich einen kleinen Trupp unserer Spezialisten mein Haus durchsuchen, doch sie fanden nichts. Hatte Cullen mich belogen? Warum hätte er es dann aber behauptet? Dieser Gedanke ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Mit meinen nassen Händen fuhr ich mir über mein Gesicht und massierte mir anschließend meine Schläfen. Was bezweckte er überhaupt mit all dem.
Deine Werte sind nicht gerade sehr berauschend, das müssen wir ändern, für das, was ich vorhabe, sonst bist du in einem Augenblick tot. Was plante er? Sicherlich war es kein Zufall gewesen, dass er mich haben wollte und so viel über meine Familie und Umgebung wusste. Diese Ungewissheit machte mich langsam wahnsinnig. Als Profilerin wusste ich wie mein Gegenüber handelte, doch Cullen war kaum durchschaubar. Nur durch Zufall hatte ich seine Ungeduld gemerkt. Ein Hoffnungsschimmer auf dem sinkenden Schiff meiner Psyche. Seufzend erhob ich mich aus dem schon kühlen Badewasser und schlang das Tuch um meinen Körper. Lustlos ging ich die Treppe hinunter in meine Küche und nahm mir eine Flasche Wasser aus dem Kühlschrank. Ich machte den Verschluss auf und setzte gerade die Flaschenöffnung an meine Lippen an, als ich zwei Hände auf meiner Taille spürte. Erschrocken verharrte ich in meiner Position und meine Flasche glitt mir aus den Fingern. Erst als die Hände vor zu meinem Bauch wanderten, merkte ich, dass es Haut an Haut Kontakt war. Immer noch regungslos stand ich da.
„Hätte ich gewusst, dass du mich so empfangen würdest, hätte ich schon mal das Bett vorgewärmt“, flüsterte der Mann hinter mir und ich wusste sofort, dass es Cullen war. Sein warmer Atem traf meinen Hals und das Unbehagen in mir wuchs stetig an. Wie zum Teufel kam er in mein Haus? Ich hatte eine der besten Alarmanlagen, die derzeit am Markt waren. Aber was wunderte mich das schon, Cullen schien ein Wunderknabe sondergleichen zu sein. Wenn er sich nicht in das System hätte reinhacken können, dann hätte der die nötigen Kontakte dafür. Verdammt! Konnte ich nicht einmal nach diesen letzten Stunden meine Ruhe haben? Musste immer etwas passieren und genau mit dem Mann, der hinter mir stand, zu tun haben?
„Es würde niemals soweit kommen, dass ich mit Ihnen ins Bett steigen würde, Cullen!“, giftete ich ihn an und er drehte mich zu sich um. Dabei ließ er die Fingerspitzen über meine Haut wandern und ich spürte, wie sich an jenen Stellen Gänsehaut bildete. Meinem Körper schienen diese Berührungen zu gefallen, meinem Kopf nicht.
„Ich sehe, hat da jemand seine Stimme wiedergefunden“, seine Hände packten etwas grob meine Hüften und drückten mich gegen sich. Ich spürte die Wärme seines Körpers an meiner Brust und ich begann mich leicht zu entspannen. Doch seine wachsende Erektion entging mir absolut nicht. Dass er mich anscheinend attraktiv fand, machte mir innerlich sogar stolz.
„Lassen Sie mich los!“ Ich wollte mich von ihm wegbewegen, doch er hielt mich weiterhin fest. Seine Finger bohrten sich in meine Haut, vermutlich hatte ich dort morgen blaue Flecken…
„Oh und ein Bett brauchen wir nicht zwingend. Die Wand hier neben uns sieht für mich ebenfalls attraktiv genug aus. Das Sofa habe ich auch schon Probe gelegen und die Küchentheke hätte die optimale Höhe für ein paar unanständige Sachen“, sagte er nonchalant und überging somit geflissentlich meine Forderung. Ich legte meine Handflächen auf seine Brust und versuchte ihn von mir wegzudrücken, doch er bewegte sich keinen Zentimeter. Im Gegenteil, mit seinem Knie drängte er sich zwischen meine und platzierte den Fuß anschließend zwischen meinen. Nun stand ich ihm ganz ausgeliefert da und das gefiel mir ganz und gar nicht. Ihm anscheinend umso mehr, denn sein harter Penis wurde immer präsenter und drückte gegen meinen Oberschenkel.
„Hatten wir das nicht schon heute Nachmittag?“, flüsterte mir Cullen nun ins Ohr. Innerlich rügte ich mich selbst für meine Dummheit. In meinem Kopf begannen alle Räder zu rattern, als ich panisch überlegte, wie ich von ihm loskommen würde. Mir war es gar nicht geheuer, dass ich diesem Mann so nah und schutzlos ausgeliefert war. Ich wollte mir gar nicht vorstellen, was da gerade in seinem Kopf vor sich ging… Frustriert ließ ich meine Hände fallen.
„Na siehst du, so schwer ist das gar nicht! Und ich merke doch, dass dir das hier gefällt.“ Seinen Kopf schief legend betrachtete Cullen mich und strich mir eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht. Der Ansatz von einem echten Lächeln war da und seine Augen strahlten nicht mehr diese Härte und Kälte in seinem Blick, sondern etwas anderes.... Mir kam es so vor, als hätte er sich einen Moment lang gehen lassen… Doch sofort hatte er sein Pokerface wieder aufgesetzt.
„Was wollen Sie von mir?“, fragte ich befangen und überlegte weiter, wie ich mich aus dieser sehr pikanten Situation retten könnte.
„Dir zeigen, dass ich auch ein Mann bin und nicht nur der Schwerverbrecher, der hinter Gittern gehört. Denn das denkst du ja von mir, du hast es mir auch ins Gesicht gesagt. Aber wie kann ich dir das übelnehmen, schließlich wird dir gelehrt, dass wir die Bösen sind. Aber deine Vorgesetzten haben teilweise mehr Dreck am Stecken, als wir.“ Ich zog eine Augenbraue in die Höhe, als Cullen seine rechte Hand von mir löste und mit seinem Daumen über meine Unterlippe strich. Danach nahm er meinen linken Arm und legte meine Finger auf die Stelle, wo sein Herz im Brustkorb lag.
„Spürst du dieses Pochen? Ich bin ein Mensch, wie du. Keine Kreatur, sondern ein Mensch, der die gleichen Bedürfnisse hat wie du: die Sehnsucht nach Geborgenheit, Liebe, Vertrauen, Freiheit und Hoffnung. Ich möchte, dass du mich als Mann siehst. Jemand, der dir das alles bieten kann.“ Wie gebannt starrte ich auf die Stelle, auf der unsere Hände übereinander lagen. Würde ich in diesem Moment behaupten, dass ich daran keinen Gefallen finden würde, hätte ich mich und alle anderen damit belogen. Langsam hob er seine Hand von meiner und ich konnte mich selbst nicht dazu bewegen, dass ich sie von seiner Brust nahm. Seinen kräftigen Herzschlag spürte ich und er hatte eine beruhigende Wirkung mich. Seine Finger legten sich um mein Kinn und hoben den Kopf leicht an. Seine Lippen waren nur einen Hauch von meinen entfernt. Ohne abzuwarten legte er diese auf meine und ich fühlte ein Prickeln auf meiner Haut.
„Das war doch gar nicht so schlimm und dir hat es sichtlich gefallen“, meinte er, als er den kurzen Kuss beendete und ich fühlte mich sogleich, als wäre ich mit mehreren Kübeln eiskaltem Wasser übergossen worden. Er hatte es geschafft mich zu verführen, dass ich ihn wirklich als Mann wahr nahm und nicht als den Verbrecher, der er war. Da mein Verstand nicht mehr vernebelt war, fiel mir ein, dass ich eine Sprühflasche mit Geschirrspülmittel hier irgendwo stehen haben musste. Blindlings tastete ich hinter mir herum und bekam sie zwischen meine Finger. Fest packte ich sie.
„Glaube Sie, ja? Ich bezweifle das sehr stark“, versuchte ich ihm entgegenzusetzen, doch meine Worte wurden Lügen gestraft.
„Ich glaube es nicht nur, ich weiß es.“ Damit wanderte eine seiner Hände meine Seite hinauf zu meiner Brust und er betrachtete mich dabei mit Argusaugen. „Wärst du denn sonst so erregt, wenn nicht?“
„Ich bitte Sie, Sie reimen sich da gerade etwas zusammen.“ Langsam beugte er wieder seinen Kopf zu mir und fuhr mit seiner Nase über meinen Hals und über das Schlüsselbein. Seinen Daumen legte er auf meine Brustwarze und ich merkte, wie mein Körper zu reagieren begann. Instinktiv bewegte ich mein Becken über seinen Oberschenkel und durch die Reibung mit seiner Jeans entwich mir ein zaghaftes Stöhnen. Automatisch begann er sein Becken auf und ab zu bewegen und ich spürte, wie er mit seiner anderen Hand über meine Seite zur Hüfte und dann zu meinem Kitzler fuhr und den Daumen dort kreisen ließ. Dieses Mal kam ein lustvolles Stöhnen aus und ich fühlte, wie sich seine Lippen zu einem Lächeln auf meiner Haut formten.
„Genieße es, lass dich gehen“, hauchte er nun in mein Ohr und ich legte meinen Kopf an seine Schulter, als seine Lippen meinen Nippel umschlossen und etwas fordernder daran saugten. Die Nägel meiner freien Hand, krallte ich in seinen Rücken und biss in seine Schulter. Ich spürte, wie er ruckartig ausatmete. Seine Hüftbewegungen wurde immer schneller und fordernder und die entstehende Reibung, trieb mich immer näher an meinen Orgasmus. Meinen Kopf in den Nacken legend und immer lauter stöhnend, spürte ich, wie sich langsam alles zusammenzog und sich dann mit einer Welle von Glück und Befriedigung in mir löste. Schwer atmend lehnte ich meine Stirn auf Cullens Schulter und wollte hier einfach nur noch liegen und mich erholen. Es war eindeutig zu lange her, dass ich Sex hatte…
„Wann war dein letztes Mal?“, fragte er nun neugierig und spürte wie seine Lippen meine Haut bei jedem Wort liebkosten. Als ich nicht antwortete, wich er zurück, nahm seine Hand von meiner Brust und legte sie abermals unter mein Kinn. Dieses hob er an damit er mir direkt in die Augen sehen konnte. Sofort vermisste ich den Hautkontakt und tadelte mich selbst dafür. Hatte ich das eben vorhin laut gesagt?
„Das geht Sie einen feuchten Dreck an, Cullen!“
„Ich weiß ganz genau, dass du jetzt gerade sehr feucht bist und das ich der Grund dafür bin“, erwiderte er grinsend und mir fiel wieder der Reiniger in meiner Hand ein.
„Sie glauben nicht wirklich, dass Sie damit durchkommen, oder?“, fragte ich ihn und hob die Flasche mit dem Spülmittel an und spritzte es ihm ins Gesicht.
„Verdammt, das brennt!“, jaulte er laut und ließ mich abrupt aus. Sofort lief ich los, ich folgte nur meinen Instinkten und nahm zwei Stufen auf einmal hinauf in den ersten Stock. Hinter mir machte ich meine Schlafzimmertür zu und zerrte meine Kommode davor. Panisch blickte ich mich um und rannte zurück in mein Bad und schloss ab. Kaum war zugesperrt, konnte ich schon das Poltern hören, wie Cullen die Kommode mühselig zur Seite schob. In diesem Moment wurde mir klar, dass meine Pistole im Schlafzimmer lag. Hastig sah ich mich nach einer Waffe um, mit der ich mich verteidigen konnte. Doch nichts sah brauchbar genug aus… Vielleicht würde ich mit dem Duschkopf genügend Kraft aufbauen können um ihn auszuknocken… Verzweifelt packte ich jenen und stellte mich in die noch nasse Badewanne. Adrenalin schoss immer noch durch meinen Körper und ich umklammerte den Kopf noch fester. Plötzlich ging mit einem Klick die Tür auf und ein halbnackter Edward Cullen stand vor mir.
„Wirklich?“, fragte er gelangweilt und betrachtete mich amüsiert. In seiner Hand hielt er ein längliches Ding, das wie ein Dietrich aussah. Was konnte dieser Mann nicht?
„Was sollte das?“ Schützend hielt ich den Duschkopf vor mich hin, was ihn noch mehr zu belustigen schien.
„Eigentlich wollte ich dir zeigen, dass ich gar nicht der Böse bin, aber das ist etwas schief gegangen.“ Lässig lehnte er sich an den Türrahmen und verschränkte seine Arme vor der Brust.
„Ja, eindeutig. Und warum habe ich das Gefühl, dass Sie das nicht ohne Grund machen, mir zeigen, dass Sie auch nur ein Mensch sind, Gefühle haben wie jeder andere. Ich kann Sie noch nicht lesen, Cullen, also sagen Sie es mir. Ich bin diese albernen Spielereien satt.“
„Das Einzige, das ich in diesem Moment möchte, ist, dass du mich mit meinem Vornamen anredest und dieses höfliche Gequatschte aufhört. Schließlich habe ich dir vor ein paar Minuten einen Orgasmus beschert.“ Ich zog skeptisch eine Braue in die Höhe.
„Nun gut, Edward… Warum trägst du kein Hemd?“ Hatte ich das jetzt wirklich gefragt? Wirklich, Bella, du bist studierte Psychologin und diese Frage fällt dir zu aller erst ein?, tadelte ich mich.
„Bevor ich dir meine Antwort gebe, gestehe dir bitte ein, dass dir gefällt was du siehst. Geh‘ von dem Gedanken weg, dass du für das FBI arbeitest und ich ein Krimineller bin. Du bist eine Frau, ich ein Mann, diese Anziehung, die du empfindest, ist etwas Natürliches. Also bitte wehre dich nicht so stark dagegen. Aber nun zu dem Grund weshalb ich meinen Oberkörper entblößt habe: Ich trage sehr ungern nasse Hemden und da du meines mit deiner kleinen Attacke eingesaut hast, musste ich es leider loswerden. Jedenfalls vielen Dank dafür, ich brauchte so oder so eine kleine Abkühlung. Und der andere Grund ist, wie du heute fasziniert mein Tattoo betrachtet hast und ich wollte dir eine Möglichkeit geben es genauer unter die Lupe zu nehmen, wenn du möchtest.“ Abfällig betrachtete ich ihn und ich merkte, dass ich ihn wirklich zunehmend attraktiv fand. Aber ich durfte ihn nicht ansehnlich finden, er war mein Feind! Verdammt noch einmal, ich durfte ihn einfach nicht sexy finden! Und diese Eskapade in der Küche war nur ein Ausrutscher, versuchte ich mir einzureden.
„Ich warte immer auf meine Antwort?“
„Welche?“
„Wann du das letzte Mal Sex hattest.“ Cullen zog wartend eine Augenbraue in die Höhe. Seufzend hängte ich den Duschkopf zurück in die Vorrichtung, da es nun so oder so egal war. Ich gab mich mit meinem Schicksal hier nackt vor ihm zu stehen und ihm ausgeliefert zu sein zufrieden, schließlich lag mein Handtuch noch in der Küche…
„Acht Monate“, meinte ich kleinlaut, als ich über den Badewannenrand stieg und hinauf zu den Badetüchern langen wollte. Kurz bevor meine Finger eines berühren konnte, spürte ich seine Hand auf meinem Handgelenk wodurch er mich stoppte. Mit seiner freien nahm er mühelos eines hinunter und entfaltete es anschließend. Nachdem er mich losgelassen hatte, hielt er es mir einladend auf. Skeptisch blickte ich ihn an und er verdrehte die Augen.
„Ich sagte doch, ich bin nicht der Böse. Also zier dich nicht so und nimm es an!“ Seufzend wollte ich es entgegen nehmen, doch er schüttelte nur den Kopf.
„Umdrehen!“, forderte er streng und ich tat was er sagte. „Geht doch!“, flüsterte er mir ins Ohr, als er hinter mir stand und das Tuch um meine Schultern legte. Sanft strich er über meine Oberarme und wich ein paar Schritte zurück.
„Acht Monate sind schon eine lange Zeit“, sinnierte er, als er in mein Schlafzimmer ging und sich auf das Ende meines Betts setzte. Ich folgte ihm und lehnte mich an die Stelle des Türrahmens, an der er vor wenigen Minuten gelehnt hatte.
„Tja… für mich geht der Beruf eben vor. Da bleibt keine Zeit für Beziehungen oder Affären.“
„Das glaube ich dir nicht.“ Er legte seine Unterarme auf seine Oberschenkel und schüttelte den Kopf.
„Ach, wirklich!“, gab ich zornig zurück.
„Ja. Du bist oft verletzt worden, aber deshalb die ganze Männerwelt abzuschreiben, ist auch kein Weg glücklich zu werden.“
„Das hier soll jetzt keine Analyse meinerseits sein, sondern ich darf hier die Fragen stellen, oder hast du das schon vergessen?“
„Nein, nein, das habe ich nicht. Also bitte frage, was dich interessiert. Ehrlich gesagt, werde ich bei manchen Antworten dir nicht alles erzählen können wie ich möchte, aber es geht um deine Sicherheit, je mehr du weißt, desto größer wird die Gefahr und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass du ein Ziel wirst. Gut, Volturi hat es auf dich abgesehen, aber das ist nichts, was sich nicht lösen lässt…“
„Na gut, meine erste Frage…“
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